Zukunftsinvestition in die Wasserversorgung

Die Gemeinde Stulln plant derzeit eine neue zweite Hauptwasserleitung aus Schwarzenfeld – eine Investition, die die Versorgung langfristig sichern und den steigenden Bedarf decken soll.
Der Gemeinderat entschied sich in seiner Sitzung im Oktober auf Grundlage einer Studie einstimmig für die sogenannte Variante 4, die eine direkte Leitung vom Übergabeschacht beim Ruitsweiher zur Pharma Stulln vorsieht. Diese soll im Normalbetrieb vor allem das Unternehmen versorgen, kann bei Bedarf aber auch das gesamte Stullner Ortsnetz speisen. Hintergrund ist der deutlich steigende Wasserverbrauch: Derzeit bezieht Stulln jährlich rund 180.000 Kubikmeter Trinkwasser aus Schwarzenfeld, davon etwa 70.000 Kubikmeter für die Pharma Stulln. Mit der Erweiterung des Unternehmens wird der Bedarf bis 2031 auf rund 275.000 Kubikmeter steigen. Insgesamt rechnen wir künftig mit einem Verbrauch von rund 400.000 Kubikmetern – fast doppelt so viel wie bisher. „Für diese Mengen reicht die bestehende Leitung schlicht nicht mehr aus“, sagte Bürgermeister Hans Prechtl in der Sitzung. Die bestehende Hauptleitung stammt aus den frühen 1990er-Jahren und bildet derzeit die einzige Verbindung vom Hochbehälter Westenberg. Die neue Leitung soll nach überschlägigen Schätzungen rund 2,2 Mio. Euro kosten, zuzüglich einer etwaigen Verlängerung vom Übergabeschacht bis zum Hochbehälter für voraussichtlich 0,5 Mio. Euro. Parallel wird die in die Jahre gekommene Verbindung zwischen Stulln und Brensdorf erneuert, bei der es schon seit einiger Zeit immer wieder zu Rohrbrüchen kommt – die Maßnahme soll bereits Anfang kommenden Jahres in Angriff genommen werden. Da die künftigen Wassermengen die bisherigen Lieferverträge übersteigen, wird Stulln mit dem Markt Schwarzenfeld über eine Anpassung verhandeln. Schwarzenfeld selbst investiert derzeit in ein neues Wasserwerk, neue Brunnenanbindungen und den Ausbau des Hochbehälters Westenberg. Bürgermeister Prechtl bezeichnete die Entscheidung als langfristige Zukunftsinvestition: „Wir sichern damit nicht nur die Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Entwicklung der Gewerbe- und Industriebetriebe am Ort.“