Oberpfälzer Flussspat-Besucherbergwerk
Reichhart-Schacht

Flussspat in der Oberpfalz

HonigspatDie Oberpfalz ist reich an Bodenschätzen. Dieser Reichtum führte in der Vergangenheit zu einer intensiven Bergbautätigkeit auf Gold, Silber, Kupfer, Blei, Eisenerz, Braunkohle und Flussspat. Heute ist der Bergbau auf Kaolin, Ton, Kies, Sand und Granit von großer Bedeutung. Bis vor wenigen Jahrzehnten bestritt allein die Oberpfalz die Hälfte der deutschen Flussspatförderung. Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts förderten die zwölf Gruben im Nabburger / Stullner Revier rund 130 000 t pro Jahr. Abgebaut wurde bis zu 290 m Teufe (Grube Cäcilia). Mit Erschöpfung der Lagerstätten kam es nach und nach zur Stilllegung der Betriebe.

Der derbe Spat wird seit Jahrhunderten bei der Glasherstellung und in metallurgischen Prozessen als Flussmittel zur Herabsetzung des Schmelzpunktes verwendet, als Lösungsmittel bei der Schmelzflusselektrolyse zur Aluminiumgewinnung und in der Chemie. Stellvertretend für viele Produkte aus dem Grundrohstoff Fluor seien Kunststoffe, Raketentreibstoffe, Zahnpasta und Kältemittel genannt.  

Zur Geschichte des Reichhart-Schachts und des Besucherbergwerks

Um 1890 begann Wilhelm Reichhart in Freiung mit dem Flussspatbergbau. Das Vorkommen selbst wurde beim Graben eines Brunnenschachtes entdeckt. Er teufte daraufhin einen 40 m tiefen Schacht ab und fuhr die Lagerstätte im Streichen auf. Anstelle der Handhaspelförderung setzte er später einen Pferdegöpel ein. Den geförderten Flussspat transportierte er mit dem Pferdefuhrwerk zum Bahnhof Schwarzenfeld, von wo aus dieser vorwiegend zu den Glashütten nach Böhmen verschickt wurde. 1921 stellte Georg Reichhart den Betrieb ein; seitdem liegt das Bergwerk still. 

Von 1974 bis 1980 baute Josef Reichhart den Schacht bis auf die 20m-Sohle als Schaubergwerk aus. Nach der Schließung der Grube Hermine, des letzten Flussspatbergwerks im Nabburger Revier, wurde 1987 auch die Wasserhaltung eingestellt, und Grundwasser überflutete den Reichhart-Schacht. Seitdem wieder gepumpt wurde, konnte Konrad Reichhart den Schacht in dreijähriger Bauzeit renovieren und auf 30 m Tiefe einen alten Gang für Besucher ausbauen, der im Mai 1996 für die Öffentlichkeit freigegeben wurde. In einem weiteren Ausbauabschnitt wurde ein zweiter Ausgang angelegt, der die Besucher die Straße unterqueren und durch den benachbarten Gottes-Segen-Schacht ans Tageslicht gelangen lässt. Die Eröffnung fand am 19. März 1999 statt.

Der Eingang zum Besucherbergwerk    Die 8m-Sohle

Das Flussspat-Besucherbergwerk Reichhart-Schacht erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Es ist der einzige für Besucher begehbare Schacht, der an den einst blühenden Flussspatbergbau im Nabburger / Stullner Revier erinnert. Der Reichhart-Schacht ist ein Kleinbergwerk, ein Beispiel für die zahlreichen gleichartigen Betriebe des Reviers in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Aufgeschlossen ist ein von wenigen Zentimetern bis mehreren Metern mächtiger Flussspatgang. Der feingebänderte, hell- bis dunkelgrün und blau gefärbte Flussspat zeigt einen lehrbuchhaften Aufbau, der den Reichhart-Schacht als Natur- und Industriedenkmal prädestiniert. Im Museum können neben den begehbaren Sohlen auch Handwerkszeug der Steiger und Hauer (Gezäh), Bergbaumaschinen und eine Mineralienausstellung mit wohlkristallisierten Flussspat- und Schwerspatstufen, die aus diesem Revier stammen, besichtigt werden.

Nach der Grubenfahrt lädt das Bergwerksstüberl "Steigerhäusl" zu einer deftigen bayerischen Brotzeit ein.

Und nach der Grubenfahrt ...    ... eine deftige Brotzeit im "Steigerhäusl"! 

 

Führungen

Dienstag bis Samstag 10.00, 11.00, 14.00, 15.00, 16.00 Uhr
Sonntag 14.00, 15.00, 16.00 Uhr

Sonderführungen möglich! Schulklassen und Reisegruppen nach Vereinbarung. Während der Wintermonate nach Anmeldung.

Maximal 25 Personen pro Führung. Die Führungsdauer beträgt ca. 40 Minuten.

 

Eintrittspreise 2002

  Einzelpersonen Gruppen ab 15 Personen
Erwachsene 5,00 Euro 4,00 Euro
Jugendliche 4,00 Euro 3,00 Euro
Kinder (5 bis 14 Jahre) 3,00 Euro 2,00 Euro
Kleinkinder (bis 4 Jahre) kostenlos  

Mindesteintrittspreis pro Führung: 15,00 Euro; Sonderführungen: 50 Cent Zuschlag pro Person

 

Alljährliche Veranstaltungen am Reichhart-Schacht 

Museumssaisonbeginn; um 50 % ermäßigter Eintritt letzter Sonntag im März
Osternestsuche im Schacht; alle Kinder finden ein Nest; Mittagstisch, Kaffee und Kuchen Ostersonntag und Ostermontag
Mineralienbörse; Oberpfälzer Mineralien- und Schmucksteinausstellung letztes Wochenende im April und zweites Wochenende im September
Walpurgisnacht; Tag der Jugend, Stodl-Bar, Live-Musik, Lagerfeuer, Grillspezialitäten 30. April
Feldgottesdienst; nach dem Gottesdienst Biergarteneröffnung und Frühschoppen mit bayerischer Musik; Mittagstisch 01. Mai, 09.30 Uhr
Motorradtreffen; Live-Musik, Table-Dance, Lagerfeuer, Stodl-Bar, Gaudi Muttertagswochenende
Vatertagsfeier; Live-Musik, Sau am Spieß Christi Himmelfahrt
Internationaler Museumstag - da laufen die Maschinen wie zur Blütezeit Mitte Mai
Kinderfest; kostenloser Eintritt für Kinder im Reichhart-Schacht, Hüpfburg, Schminken, Reiten u.v.m. Pfingstsonntag und Pfingstmontag
Hollerküchl-Kirwa - mit echten Hollerkücheln, Live-Musik, Sau am Spieß   erstes oder zweites Wochenende im Juni
Bergwerkskirwa; Live-Musik, Kirwagaudi, Mittagstisch, Kirwa-Kücheln; am Kirwa-Montag ab 19.00 Uhr Sau am Spieß letztes Wochenende im Juli
Allerweltskirwa; Live-Musik, Kirwa-Gaudi, Sau am Spieß, Karpfenessen dritter Sonntag im Oktober
Barbarafeier 04. Dezember
Christbaumversteigerung 05. Januar

Sonstige Veranstaltungen und Service

Sommernachtsfest, Weihnachtsaktion, Fasching, Starkbierfest
jeden Mittwoch hausgemachte Schlachtschüssel
jeden Donnerstag gegrillte Schweinshaxn nach Anmeldung
ideal für Festlichkeiten aller Art: Geburtstag, Vereinsausflug, Polterabend, Brautentführung etc.
Partyplatz mit Holzkohlengrill
überdachter Biergarten
Abenteuerspielplatz
Grillservice: Getränke, Fleisch- und Wurstwaren, Bierzeltgarnituren, Gläser etc.
Oberpfälzer Bauerngeräuchertes und Hausmacher-Wurstwaren

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Änderungen vorbehalten! Informationen, Kontaktadresse:

Konrad Reichhart, Freiung 2, 92551 Stulln, Tel.: 09433/1555

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