Die heilige Barbara – Schutzpatronin unserer Pfarrkirche


Martyrium der heiligen Barbara (1510 – 15)
Lucas Cranach d. Ä. (1472 –1553)
Metropolitan Museum of Art, New York

Barbara war die einzige Tochter des wohlhabenden Landpflegers Dioskoros und ein Mädchen von außergewöhnlicher Schönheit. Ihr Vater, ein fanatischer Heide, liebte sie über alles. Er war jedoch auch sehr eifersüchtig und argwöhnisch und sperrte sie immer, wenn er verreisen musste, in einen Turm. Auf ihren Wunsch ließ er ein Badezimmer mit zwei Fenstern einbauen.

Als der Vater einmal nach einer langen Reise zurückkehrte, waren es drei Fenster, und die Wand zierte das in seinem Herzen verhasste Kreuz. Zur Rede gestellt, bekannte Barbara, dass „durch die drei Fenster die erleuchtende Gnade des dreifaltigen Gottes Eingang bei ihr gefunden“ hätte. Sie sei Christin geworden und habe das Gelöbnis ewiger Jungfräulichkeit abgelegt.

Der zornige Vater stellte das Mädchen vor die Wahl, entweder diesem Glauben zu entsagen oder sich auf einen furchtbaren Tod gefasst zu machen. Barbara jedoch blieb standhaft. „Den Fluch deiner Götter fürchte ich nicht, denn mich hat Jesus gesegnet.“

Aus Enttäuschung und Wut über ihren Starrsinn zeigte er sie beim Provinzstatthalter an. Dieser ließ sie grausam foltern. In der Nacht kamen Engel und pflegten sie. Am Tage quälten sie die Menschen noch ärger, brannten Wunden in ihren Körper und jagten sie völlig entkleidet durch die Straßen der Stadt.

Gestärkt durch ihre Liebe zu Jesus ertrug die Glaubensstarke Schmerz und Schmach. Die Ruten, mit denen sie geschlagen wurde, verwandelten sich in Pfauenfedern. Schließlich wurde sie zum Tod durch das Schwert verurteilt. Ihr eigener Vater zerrte sie an den Haaren auf den Richtplatz und köpfte sie. Nachdem Dioskoros das Urteil vollstreckt hatte, fuhr ein Blitz vom Himmel und tötete ihn.

Die Legende um diese junge Märtyrerin hat eher einen sinnbildlichen als geschichtlichen Kern. Die Forschung hat bisher nicht ergründen können, wann Barbara auf Erden gelebt und gelitten hat. Nach der Überlieferung stammte sie aus Nikomedien in Kleinasien (heute Izmir bei Istambul). Es heißt, dass sie um 306 unter Maximinus Daja starb. Dass die Heilige mit Standhaftigkeit und Mut um ihres Glaubens willen in den Tod ging, hat die Menschen aller Jahrhunderte immer wieder tief ergriffen.

Der Glaube an die mächtige Fürbitte der heiligen Barbara ist uralt. Als im 14. Jahrhundert in Regensburg 14 Heilige zu einer Gruppe von Nothelfern zusammengefasst wurden, reihte man auch sie in die Schar mit ein. Und vielerlei Nöte sind es, in denen ihr Beistand erfleht wird: Ihre Fürbitte gilt bei jedem jähen und unversehenen Tod. Vielleicht ist sie deswegen auch zur Schutzpatronin der Artillerie geworden. Der Bauer bittet sie um Abwendung von Blitzgefahr, Feuer und Fieber, also wiederum plötzlich auftretenden Schrecknissen. Viele Stände verehren sie als besondere Schutzheilige, darunter die Bergleute, Hüttenarbeiter, Architekten und alle Arten von Bauarbeiter, wohl wegen ihres Attributs, des Turms, aber auch die Glöckner (Türmer), Büchsenmacher, Hutmacher, Köche und Totengräber, sowie die Feuerwehr.

Die heilige Barbara (4. Dezember) ist eines der „drei heiligen Madln“ und wird vielfach zusammen mit Katharina (25. November) und Margareta (20. Juli) dargestellt. Die drei gelten als Schützerinnen des Wehrstandes, des Nährstandes und des Lehrstandes.

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Sankt-Barbara-
Darstellungen
Das Lied zu Ehren
der heiligen Barbara
Die bergmännischen Barbarafeiern
Brauchtum am
Sankt-Barbara-Tag
Bauernregeln zu Sankt Barbara

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